«Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe. Dem widerstehet fest im Glauben.»
Zwei Gedanken, die uns begleiten
Neuland – keine Karte, sondern eine Verheissung
Neuland betreten – das tun wir eigentlich ständig. Jeder neue Morgen bringt Dinge mit sich, die wir noch nicht kennen. Gespräche, Entscheidungen, Begegnungen, Überraschungen. Niemand weiss genau, was der Tag bereithält.
Gerade deshalb lohnt es sich, den Tag nicht einfach irgendwie zu starten, sondern mit Gott.
Ein kurzes Gebet am Morgen. Ein Moment der Stille. Die Gewissheit: Ich muss diesen Tag nicht allein schaffen. Ich kann mich auf Gott verlassen – und das tut einfach gut.
Nimmst du es wahr? Schon morgen könnte dein nächstes Stück Neuland beginnen.
Auch Abraham bekam von Gott keine detaillierte Landkarte. Stattdessen erhielt er eine Verheissung: «Gehe in ein Land, das ich dir zeigen werde.»
Neuland betreten – im Gottvertrauen, dass er zu uns sagt: Ich bin der Weg! Er begleitet uns und will uns in die ewige Gemeinschaft mit ihm führen.
Und plötzlich brüllt der Löwe
Ab da wird es richtig spannend. Petrus spricht hier von einem brüllenden Löwen. Ein starkes Bild, das bis heute funktioniert.
Löwen verbringen einen grossen Teil des Tages schlafend. Doch wenn sie wach sind, können sie zur Gefahr werden. Wer das Brüllen eines Löwen schon einmal gehört hat, weiss: Das geht durch Mark und Bein. Es ist kilometerweit zu hören.
Der Löwe wird zum Bild für all das, was uns verführen, ablenken und vom eigentlichen Ziel wegbringen will.
Und es steckt ein überraschender Gedanke drin: Wenn nämlich ein Löwe brüllt, verrät er seinen Standort.
Ein lautlos heranschleichender Löwe wäre vermutlich noch gefährlicher. Doch das Brüllen hat auch etwas Gutes: Es macht uns aufmerksam. Es verrät uns, dass da etwas ist, auf das wir achten sollten. Genau dazu fordert uns Petrus auf: Bleib wach! Bleib nüchtern!
Was bedeutet das heute? Vielleicht sitzt der «Löwe» nicht irgendwo im Busch, sondern steckt mitten in unserem Alltag.
In unserem Smartphone. In sozialen Medien. In der Werbung. In den Bildern davon, wie wir aussehen, leben und sein sollten.
«Du musst dabei sein.»
«Du solltest so aussehen.»
«Du brauchst noch mehr.»
«Alle anderen haben es doch auch.»
Tag für Tag prasseln Botschaften auf uns ein. Hier wird der Rat des Petrus plötzlich erstaunlich aktuell: Bleib nüchtern. Klar denken und prüfen.
Nicht alles ungefiltert in sich hineinlassen. Vermeide Tunnelblick und Schockstarre. Wenn etwas laut und bedrohlich wird, können wir in Panik geraten oder nur noch auf ein einziges Problem starren. Gott will unseren Blick weiten. Was passiert gerade wirklich in meinem Leben? Wo ist Gott darin?
Auch Jesus kannte das Brüllen und blieb davon nicht verschont.
Der Geist führte ihn in die Wüste. Jesus zog sich zurück. In Stille und Einsamkeit trat er in die enge Verbundenheit mit Gott.
Und dann bricht mitten in diese heilige Stille die Versuchung herein: «Mach aus diesen Steinen Brot.»
Das zeigt: Versuchung und Ablenkung machen auch vor Menschen nicht halt, die Gott ganz nahe sind. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
Welches Brüllen hörst du? Welche Botschaften sagen dir, was du unbedingt haben, werden oder erreichen musst?
Die Kanäle sind zahlreicher als je zuvor. Die Strategie des Bösen bleibt stets dieselbe: Uns von Gott abzudrängen.
Denn wir müssen nicht jedem Brüllen folgen, das wir hören.
Und vielleicht ist genau das die gute Nachricht: Wir sind dem Löwen nicht schutzlos ausgeliefert.
Gott ist da. Also: Augen auf, Ohren auf, Herz auf. Und den nächsten Schritt mit Gott tun – im Vertrauen!